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Pech gehabt

Manchmal hat mein kein Glück, und dann kommt Pech auch noch dazu.

So ist es mir gerade erst ergangen. Drei Ereignisse sind zusammengekommen, die einzeln kein Problem gewesen wären, und auch jede Kombination aus zwei von dreien wäre noch kein Problem gewesen. Bei allen dreien ist es aber unangenehm geworden. Was also ist passiert?

  • Ranorex hat alle Mitarbeiter am Grazer Standort gekündigt, darunter eben auch mich.
  • Wirecards Bilanzskandal. Nach wie vor andauernd in den Nachrichten.
  • Die Corona-Krise ist nach wie vor nicht überwunden.

Also: Ranorex hat seinen Grazer Standort zugesperrt, und weil das schon absehbar war, war ich schon lange Zeit davor auf Jobsuche, aber nicht extrem intensiv. Letztlich habe ich einen Job gefunden, und zwar bei Wirecard CEE, einer Wirecard-Tochter hier in Graz. Damit sich das mit den Kündigungsfristen alles ausgeht, sodass ich den Job bei Wirecard rechtzeitig anfangen kann, habe ich dann bei Ranorex gekündigt und nicht darauf gewartet, gekündigt zu werden. Dadurch könnte es sein, dass ich nicht mehr in den Sozialplan falle, aber ich habe mir gedacht, dass ein sicherer Job einfach wichtiger ist als um jeden Preis auf den Sozialplan zu warten und eventuell einen „sicheren“ Job nicht anfangen zu können.

Einige Wochen später: Der Wirecard-Skandal fliegt auf, und wenige Tage später werde ich angerufen und mein Job-Angebot wird zurückgezogen – eine Woche, bevor ich angefangen hätte, dort zu arbeiten. Also sofort wieder auf Job-Suche, und alles von vorn.

Und im direkten Vergleich kann ich sagen: Jetzt, nach Ende der ersten Welle der Corona-Krise, ist es deutlich schwieriger, einen Job zu finden als davor. Unternehmen können und wollen keine definitiven Zusagen machen, weil sie selbst keine Sicherheit haben, wie es weitergeht. Und Bewerbungsprozesse brauchen Zeit, viele Wochen, manchmal Monate. Was nicht stört, wenn man noch in einem aufrechten Dienstverhältnis ist, aber sehr nervt, wenn die Jobsuche quasi der Hauptberuf ist. Der Alltag besteht dann hauptsächlich aus Warten.

Ich mache mir keine Sorgen darum, einen Job zu finden, aber das Zusammentreffen dieser drei unterschiedlichen Ereignisse hat mich doch in eine lästige Situation geführt.

Das Positive daran: Auch im Nachhinein hätte ich mit den Informationen, die ich damals hatte, noch die gleichen Entscheidungen getroffen (mit dem Wissen von heute wahrscheinlich aber nicht), sodass ich mir nichts vorwerfen kann. Den Wirecard-Skandal nicht vorhergesehen zu haben kann ich mir auch nicht vorwerfen, denn wieso sollte ich mehr Einblick haben in ein Unternehmen als die Kontrollorgane, die versagt haben? Und im Nachhinein gesehen hätte ich wohl wahrscheinlich gar nicht für Wirecard arbeiten wollen…

Der positive Ausblick: Es wird sich eine neue Chance bieten. Aus den letzten Monaten bei Ranorex und der aktuellen Situation konnte/kann ich viel lernen, und das wiederum kann ich in einen neuen Job mitnehmen.

Published inRanorex

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