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Planetenwanderer von George R. R. Martin

Im englischen Original: Tuf Voyaging

George R. R. Martin ist mittlerweile nicht mehr nur bekannt, er ist geradezu der Topstar unter den zeitgenössischen Autoren. Er ist reich, hält Rechte für die erfolgreichste Fernsehserie aller Zeiten in seinen Händen und ist durch seine sehr eigene Herangehensweise an das Schreiben und die Kommunikation mit seinen Fans fast schon eine lebende Legende. Und das alles nur wegen einer einzigen Buchserie: A Song of Ice and Fire, der Vorlage zur Serie Game of Thrones.

Oder?

Was wenige Menschen wissen: GRRM hat auch noch anderes geschrieben. Am Anfang seiner Karriere (was auch schon einige Jahre zurückliegt) vor allem Science Fiction. Er wurde auch schon mit dem wichtigsten Preis der Science Fiction-Literatur ausgezeichnet: dem Hugo.

Also habe ich mir die Neuausgabe vom Roman Planetenwanderer geschnappt und gelesen, denn wenn mein Lieblingsautor Science Fiction geschrieben hat, dann kann es ja nicht sein, dass ich die nicht beachtet habe.

 

Planetenwanderer ist ein Buch über den etwas exzentrischen Charakter Haviland Tuf. Haviland Tuf ist ein (wenig erfolgreicher) Händler, der mit seinem Raumschiff versucht, sich über Wasser zu halten. So weit, so Firefly.

Durch einen seltsamen Zufall kommt er aber in den Besitz eines der mächtigsten Raumschiffe des Universums: eines Saatgutschiffes. Er nutzt die Chance und macht einen Quereinstieg in den Berufsstand der Ökoingenieure.

Mit seinem Schiff hat er die Macht, fast alle bekannten Lebensformen zu klonen und bestehende Ökosysteme zu verändern und zu beeinflussen. Seine Dienste als Ökoingenieur bietet Tuf gegen ein (meist astronomisch hohes) Entgelt den verschiedenen Völkern an. Dass er dabei nicht immer nur auf Gegenliebe stößt, sollte dabei wenig überraschend erscheinen.

 

Der Roman ist eigentlich eine Art Kurzgeschichtensammlung, die aus insgesamt sieben Novellas besteht. Jede davon erzählt eine Episode aus Tufs Arbeit als Ökoingenieur. Dabei stößt er auf überbevölkerte Planeten, ernstzunehmende Widersacher und biblische Plagen. Immer begegnet er Problemen auf seine eigene, unverwechselbar logische Art, redet auf seine eigene, gewählt geschliffene Weise und hat dabei immer seine Katzen, die er so liebt, dabei.

 

George R. R. Martin ist ein Meister des Geschichtenerzählens. Seine Sprache ist reich an Details, aber immer glasklar und einfach zu verstehen. Man folgt Haviland Tuf durch seine Abenteuer, sieht die Szenen immer bildlich vor sich, ohne dass die Geschichte langweilig wird. Planetenwanderer ist definitiv einer meiner liebsten SF-Romane bisher. Weitere Romane von GRRM werden sicherlich noch folgen.

 

GRRM hat sich bereits zu der Möglichkeit geäußert, diesen Roman verfilmen zu lassen, womöglich auch in einer kleinen Fernsehserie. Das Material würde sich sehr gut dafür eignen, und ich würde Tuf sehr gerne auf einem Bildschirm dabei beobachten, wie er seine Kunden langsam und gewissenhaft in den Wahnsinn treibt. GRRMs Favorit für die Rolle des Haviland Tuf ist Conleth Hill, eine Wahl, die ich ebenfalls sehr unterstützen würde.

 

Fotocredit: pixabay.com

Published inLiteraturScience Fiction

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