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Fazit meines E-Autos

Fast ein Jahr, etwa 11.000 km (trotz langer Standzeiten während der Corona-Isolation), sind vergangen, seit wir unseren Hyundai Ioniq Electric bekommen haben. Zeit für ein Fazit.

Ich will nie wieder etwas anderes fahren als ein Elektro-Auto. Es ist so viel leiser, bequemer, und vor allem unkomplizierter. In dieser ganzen Zeit waren wir nur ein einziges Mal bei einer Tankstelle (um eine Vignette zu kaufen), ansonsten am Abend heimkommen, an die Steckdose, fertig. Und selbst das nicht immer. Irgendwann bekommt man ins Gefühl, dass man auch mit 100km Restreichweite … nun ja … noch 100km fahren kann. Man braucht nicht immer einen vollen Akku. Diese Reichweitenangst legt man irgendwann ab. Während 100km Restreichweite bei einem Diesel heißt „Mann, jetzt sollte ich langsam eine Tankstelle finden, sonst werde ich nervös“, erzieht das E-Auto zu „Hah, damit komm ich noch zwei ganze Tage weit, bevor ich wieder laden muss.“ Aus täglichem Laden wurde ein Laden bei Bedarf.

Natürlich war das Auto in der Anschaffung teurer als ein vergleichbarer Benziner oder ein vergleichbarer Diesel, aber die Mengen an Geld, die man sich durch günstigeres Tanken und durch Versicherungen spart, spürt man sehr schnell. E-Autos sind – über die gesamte Lebensdauer betrachtet – mittlerweile fast immer günstiger oder sogar deutlich günstiger als Benziner oder Diesel. (Dieser Kostenvergleich des ADAC bezieht sich zwar auf deutsche Preise, die Größenordnung stimmt aber für Österreich auch.)

Die Ladeinfrastruktur – ebenfalls gern als Gegenargument genannt – ist schon lang kein Problem mehr. Beziehungsweise ist sie viel weniger ein Problem, als viele glauben. Man lädt 99% der Zeit daheim an der Steckdose. Und wenn man einmal auf längere Strecken muss, dann ist der einzige Unterschied, dass man eben zuerst plant, und erst dann drauflosfährt, aber selbst da gibt es geniale Apps, die das zum Kinderspiel machen (www.abetterrouteplanner.com – der Held der E-Routenplanung). Und ob man es schlimm findet, von Graz nach Wien 2:15 statt 1:55 zu brauchen, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Ladestationen gibt es, und mittlerweile auch zuhauf – fast an jeder Autobahn-Raststätte, und zahlreich auch abseits davon. Bisher habe ich noch nie warten müssen, um laden zu können, und bisher hat auch noch jeder Ladepunkt funktioniert. Das, was immer als Angstmache verwendet wird, existiert schlicht und einfach nicht.

Und ich weigere mich mittlerweile, über die Reichweite meines Autos zu diskutieren, ohne auch die Gegenfrage zu stellen „Hat die Reichweite deines Diesels auch eine Rolle bei deiner Kaufentscheidung gespielt?“. Wenn man einmal ein Jahr mit einem E-Auto lebt, dann merkt man erst, wie absurd dieser Fokus auf Reichweite, Reichweite, Reichweite eigentlich ist. Dinge, die wichtig sind, die aber kaum ein Diesel-Fahrer je von mir wissen will sind Dinge wie Verbrauch (interessant, dass bei E-Autos kaum jemand da drüber redet, ganz im Gegensatz zu Benzin oder Diesel) oder Ladegeschwindigkeit.

Um jetzt wieder von den negativen Dingen wegzukommen und auf das Positive zu fokussieren:

Die Vorteile überwiegen einfach bei weitem. Es ist billiger. Und ich möchte nie wieder ein Auto mit einem herkömmlichen Antrieb besitzen (müssen). Zu teuer.

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